Der Volksmund sagt, dass die Haut ein Spiegelbild der Seele sei. In der naturheilkundlichen Therapie sind daher sowohl die Gesunderhaltung der Haut als auch die Wundversorgung sowie Heilungsprozesse und der Umgang mit Narben ein wichtiges Thema. In diesem Newsletter möchten wir Ihnen eine neue Fachkreisinformation vorstellen, die aufzeigt, dass die Wundheilung und eine ästhetische Narbenbildung auch innerlich durch homöopathische Wirkstoffe unterstützt werden können.
Schrittweiser Heilungsprozess
Die Wiederherstellung der Haut nach einer Läsion ist ein vielstufiger, physiologisch komplexer Prozess, der einem weitgehend stereotypen Ablauf folgt und in mehreren Phasen verläuft. Die Phasen der Wundheilung verlaufen dabei nicht strikt nacheinander ab, sondern greifen zeitlich und funktionell ineinander bis bei oberflächlichen Wunden neues Epithelgewebe die verletzte Stelle vollständig abdeckt. Bei tieferen Wunden oder nach chirurgischen Eingriffen füllt Narbengewebe die entstandene Lücke.
Verzögerte Wundheilung, chronische Wunden und Keloidbildung
Unter physiologischen Bedingungen erfolgt die Wundheilung innerhalb von ein bis zwei Wochen. Verschiedene systemische und lokale Einflussfaktoren, z.B. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, periphere Durchblutungsstörungen oder Infektionen können jedoch zu einer verzögerten Heilung führen. Bleibt eine deutliche Heilungstendenz auch nach einem Zeitraum von mindestens sechs Wochen aus, wird die Läsion als chronische Wunde klassifiziert. In solchen Fällen ist in der Regel eine weiterführende ärztliche Diagnostik und therapeutische Intervention erforderlich, um die zugrundeliegenden Ursachen zu identifizieren und gezielt zu behandeln.
Kommt es im Verlauf der Wundheilung zu einer überschießenden Bildung von Bindegewebe, entsteht eine über das Hautniveau erhabene Narbe, die als hypertrophe Narbe bezeichnet wird. Diese bleibt auf den ursprünglichen Wundbereich begrenzt. Im Gegensatz dazu zeigen Keloide ein fortschreitendes, über die Wundränder hinaus-wachsendes Narbenwachstum. Sie können sowohl kosmetisch störend wirken als auch funktionelle Einschränkungen verursachen.
Wundheilung natürlich fördern – Studie zeigt Evidenz
Im Rahmen einer Promotionsarbeit an der Hautklinik der Universität Freiburg wurde eine doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie durchgeführt, um die Wirksamkeit einer Kombination aus vier niedrig bis mittel potenzierten homöopathischen Wirkstoffen zu untersuchen. Dabei wurde der Fragestellung nachgegangen, inwiefern das Mittel die Wundheilung und Narbenbildung nach Hautexzisionen fördert, um eine datenbasierte Grundlage für die postoperative Wundbehandlung zu fördern.
Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Wirksamkeit des Prüfpräparates, bestehend aus Ringelblume (Calendula officinalis), Stephanskraut (Delphinium staphisagria), Graphites und Thiosinaminum, gegenüber Placebo. Die konfirmatorische Auswertung des Hauptzielkriteriums – Bewertung der Narbe bei der Abschlussuntersuchung –erfolgte über einen Summenscore der Manchester Scar Scale und wurde durch die deskriptive Analyse mehrerer Nebenzielkriterien gestützt.
Die gesamten Informationen zu der durchgeführten Studie können Sie hier herunterladen:
Unterstützung der Wundheilung – Homöopathische Arzneimittelbilder*:
| Calendula officinalis |
fördert die Heilung und wirkt als natürliches Antiseptikum, das Eiterung verhindert |
| Staphisagria |
besonders wirksam bei der Heilung von Schnittwunden, vor allem nach Operationen |
| Graphites |
wird gezielt zur Behandlung von übermäßigem Narbengewebe und Keloiden eingesetzt |
| Thisinaminum |
unterstützt die Auflösung von Narbengewebe und fördert die Elastizität des Gewebes |
*Wirkspektrum der homöopathischen Mittel frei nach W. Boericke und J. H. Clarke
Wir wünschen viel Freude und neue Erkenntnisse beim Lesen.
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