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meta im Blick 27.01.2026

Liebe Interessierte der Naturheilkunde,

wie wahrscheinlich viele von Ihnen gehöre auch ich zu denjenigen, die ein Newsletter-Abo bei DocCheck haben und dort regelmäßig querlesen – je nach Zeit, Interesse und aktuellem Praxisbezug. Heute bin ich dabei auf den Artikel „Kollagen fürs Knie: Kannste knicken?“ gestoßen – angesprochen zunächst schon durch den plastischen, fast  provokanten Titel – und habe ihn dann mit zunehmendem Interesse gelesen. Nicht nur wegen des Themas Gelenke, sondern vor allem wegen der Art, wie dort Wirkung, Studienlage und offene Fragen zusammengeführt werden.

 

Der Artikel von Dr. Kosel, der auf DocCheck den Kanal „Bones & Cramps – Von Triathlon bis Rollator“ betreut, ist sachlich, kritisch und führt inhaltlich überraschend nah an Überlegungen heran, die wir aus der naturheilkundlich-homöopathischen Praxis kennen: eine nicht abschließend gesicherte Evidenzlage bei gleichzeitig vorhandenen klinischen Beobachtungen und Erfahrungswerten.

 

Orale Kollagenpräparate sind – im Gegensatz zu unseren homöopathischen Komplexarzneimitteln – in der Regel Nahrungsergänzungsmittel (NEM), erfreuen sich jedoch zunehmend auch in schulmedizinisch ausgerichteten Praxen großer Beliebtheit. Treiber dieses stark wachsenden Marktes sind u. a.:

  • demografischer Wandel
  • Bewegungsmangel
  • steigende Prävalenz degenerativer und entzündlicher Gelenkerkrankungen
  • ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein

Treiber für Milliardenumsätze von Kollagen, Glucosamin-Chondroitin, Omega-3-Fettsäuren sowie Vitamin- und Mineralstoffkombinationen

Was Kollagen tatsächlich im Körper macht

Ein zentraler Punkt des Artikels ist die biochemische Realität nach oraler Einnahme von Kollagen. Das zugeführte Kollagen wird im Magen-Darm-Trakt vollständig in kleinere Peptide und Aminosäuren zerlegt und gelangt somit nicht als intaktes Kollagen in Knorpel oder Gelenkstrukturen.

Gleichzeitig zeigen mehrere Studien, dass sich insbesondere die Aminosäuren Glycin und Prolin im Gelenkgewebe anreichern. Diese scheinen – so die zusammengefasste Datenlage – die körpereigene Kollagensynthese zu unterstützen, Chondrozyten zur vermehrten Bildung von Kollagen und Proteoglykanen anzuregen und entzündliche Prozesse günstig zu beeinflussen. Als essenzieller Kofaktor für diese Prozesse wird die gleichzeitige Versorgung mit Vitamin C benannt.

 

Studienlage: nicht eindeutig, aber klinisch relevant

Der DocCheck-Beitrag referenziert unter anderem auf eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2025 zur Einnahme hydrolysierter Kollagenpeptide über einen Zeitraum von sechs Monaten. In dieser Untersuchung zeigten sich eine signifikante Reduktion von Gelenkschmerzen und -steifigkeit, eine Abnahme entzündlicher Marker wie CRP und BSG sowie funktionelle Verbesserungen im Kniegelenk. Zudem fanden sich Hinweise auf eine mögliche Verlangsamung degenerativer Knorpelprozesse.

Gleichzeitig wird im Artikel klar herausgestellt, dass die Studienlage insgesamt heterogen ist. Die beobachteten Effekte sind individuell unterschiedlich und hängen stark vom Ausgangszustand der Gelenke, der Dauer der Einnahme sowie von begleitenden Faktoren wie Bewegung, Belastung und Lebensstil ab.

 

Gelenkbeschwerden sind selten nur „Knorpelprobleme“

Was der Artikel – vielleicht unbeabsichtigt – deutlich macht: Gelenkschmerzen lassen sich in der Praxis nur selten rein strukturell erklären. Neben dem Knorpel spielen häufig muskuläre Dysbalancen, Sehnen- und Kapselstrukturen, entzündliche Reizzustände, Überlastungs- oder Fehlbelastungsmuster sowie eine vegetative Mitbeteiligung eine entscheidende Rolle. Gerade Schulter-Nacken-Beschwerden und tendomyotische  Schmerzsyndrome entziehen sich oft einfachen, monokausalen Erklärungsmodellen und verlangen nach einem breiteren therapeutischen Blick.

 

Regulative Konzepte aus der Praxis

Vor diesem Hintergrund möchten wir einen Erfahrungswert weitergeben, der uns seit Jahren aus unterschiedlichen therapeutischen Kontexten rückgespiegelt wird. Gerade im weit gefassten rheumatologischen Formenkreis – also bei funktionellen, degenerativen, überlastungs- oder entzündlich mitgeprägten Beschwerden des Bewegungsapparates –  werden regulative Therapieansätze als sinnvolle Ergänzung zu Bewegung, manuellen Verfahren und auch begleitend zu nutritiven Maßnahmen wie Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. metaossylen® wird dabei vor allem bei muskulär-neuralgischen Beschwerden im Schulter- und Nackenbereich eingesetzt, beispielsweise bei Überlastung, Fehlhaltung oder funktioneller Reizung. metatendolor® ergänzt dieses Spektrum bei tendinösen und periartikulären Schmerzsyndromen, auch bei degenerativ-rheumatischer Beteiligung. Beide Präparate zielen nicht auf den Ersatz von Gewebe, sondern auf regulative Impulse bei funktionellen Störungen des Bewegungsapparates. Sie lassen sich sinnvoll in ein ganzheitliches Therapiekonzept integrieren – in Kombination mit Bewegung, manuellen Verfahren und, wo angezeigt, auch mit nutritiven Maßnahmen.

 

An dieser Stelle sei angemerkt, dass wir uns immer sehr über Ihre Rückmeldungen zu Ihren eigenen Erfahrungen freuen – sei es zu Indikationsschwerpunkten, Kombinationen mit anderen Therapieverfahren oder zu Beobachtungen im zeitlichen Verlauf. Der fachliche Austausch ist für uns ein wichtiger Baustein, um Erfahrungswissen sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln.

 

Zum Schluss – ein kleines Augenzwinkern

Was mir beim Lesen des Artikels besonders aufgefallen ist: Auch im schulmedizinischen Kontext wird zunehmend offen eingeräumt, dass therapeutische Effekte bestehen können, obwohl die zugrunde liegenden Wirkmechanismen noch nicht vollständig physiologisch nachvollzogen sind.

 

Gerade das Beispiel der oral aufgenommenen Kollagene, die im Verdauungstrakt zunächst in Peptide und Aminosäuren zerlegt werden und dennoch klinisch relevante Effekte auf Schmerz, Funktion und Entzündungsparameter zeigen, macht diese Entwicklung anschaulich. Der direkte mechanistische Zusammenhang ist nicht in allen Details geklärt – der beobachtete klinische Mehrwert wird dennoch ernsthaft diskutiert und zunehmend anerkannt.

 

Es wäre wünschenswert, wenn sich dieses differenzierte Selbstverständnis, das Wirkung, Erfahrung und wissenschaftliche Einordnung miteinander verbindet, künftig noch stärker auch auf homöopathische und andere naturheilkundliche Therapien erstrecken würde. Denn auch hier gilt: Nicht jede therapeutische Wirkung lässt sich sofort vollständig erklären – wohl aber beobachten, einordnen und verantwortungsvoll nutzen.

Herzliche Grüße

Ihre

 

Ricarda Fackler