unser Immunsystem ist im Winter ganz besonders gefordert. Zwar lauern Viren und Bakterien ganzjährig, aber in der kalten Jahreszeit halten wir uns gemeinsam mehr in geschlossenen Räumen auf und die durch Heizungsluft ausgetrockneten Schleimhäute tun ihr übriges. In der Newsletter-Miniserie „Erkältung“ soll in dieser Wintersaison das Immunsystem etwas genauer unter die Lupe genommen werden, um aufzuzeigen, was die Naturheilkunde Positives bewirken kann.
Angeborene Immunität – unspezifische Abwehr von Anfang an
Unser Immunabwehr wird durch komplexe ineinandergreifende Systeme gewährleistet. Dabei spielen sowohl zelluläre als auch humorale (im Blut gelöste) Komponenten eine Rolle. Das angeborene, unspezifische Immunsystem mit Granulozyten, Monozyten, Makrophagen und natürlichen Killerzellen sowie bestimmten Enzymen und Proteinen, z.B. C-reaktives Protein und Zytokine, ist bereits bei der Geburt vorhanden. Es dient als Schutz gegen eine Vielzahl von Krankheitserregern, darunter Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten und wird innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden nach Kontakt aktiviert. Makrophagen erfüllen ihre Aufgabe durch spezielle Rezeptoren, in welche – nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip – die Oberflächenstruktur fremder Mikroorganismen (Antigene) genau hinein passt. Auf diese Weise können sie insofern gezielt aktiv werden, dass sie zwischen „fremd“ und „eigen“ unterscheiden.
Erworbene Immunität – lebenslanges Lernen
In bis zu 90 % der Fälle reicht das unspezifische Immunsystem zur Erregerabwehr aus. Das erworbene (adaptive) Immunsystem benötigt mehr Zeit und kommt erst dann zum Einsatz, wenn die Infektion nicht ausreichend abgewehrt werden konnte. Sie besteht u.a. aus B- und T-Lymphozyten, T-Helferzellen, T-zytotoxischen Zellen und Immunglobulinen. Dass sich beide Systeme gegenseitig beeinflussen, stellten Wissenschaftler aus Amsterdam, Utrecht und Bonn fest. Sie fanden heraus, dass sich im äußersten Bereich der Milz-Arterien zahlreiche Makrophagen befinden, die Viren oder Bakterien erkennen und verdauen. Bruchstücke der Erreger, die Antigene, werden über dendritische Zellen an das adaptive Immunsystem weitergegeben. Die Forscher beschreiben das sehr anschaulich mit folgendem Bild [1, 2].
„Was die schmutzigen Socken eines flüchtigen Verbrechers für einen Spürhund, sind diese Antigene für das adaptive Immunsystem: An ihnen erkennen die körpereigenen Abwehrtruppen, worauf sie Jagd machen sollen. Als "Scharfmacher" dienen dabei die so genannten dendritischen Zellen. Sie reiben den zellulären Spürhunden die Antigene unter die Nase.“
Kritisch wird es immer dann, wenn das Immunsystem Antigene des körpereigenen Gewebes als fremd erkennt und diese Information an das spezifische Immunsystem weitergibt, da dann Autoantikörper entstehen können. Kleine Mengen von Autoantikörpern können immer vorhanden sein, da das Immunsystem nie komplett fehlerfrei arbeitet. Erst in großer Anzahl werden sie zu einem Problem und können Autoimmunreaktionen auslösen.
Immunmodulation mit pflanzlichen Wirkstoffen
Pflanzliche und homöopathische Arzneimittel gelten generell als gut verträglich und nebenwirkungsarm. Zur Immunmodulation können verschiedene Arzneipflanzen, wie z.B. Echinacea, Eleutherococcus, Rhodiola, Pelargonium und Uncaria eingesetzt werden. Für Thuja occidentalis und Baptisia tinctoria gibt es keine Positiv-Monographien, sie sind aber in klinisch geprüften Kombinationspräparaten enthalten [3].
Abb.1: Beispiele für pflanzliche Immunstimulantien: Echinacea, Thuja, Eleutherococcus
Pflanzliche Immunstimulantien regen insbesondere die unspezifische körpereigene Abwehr an. Makrophagen, natürliche Killerzellen und Granulozyten, aber auch die humorale Immunität, das Komplementsystem, Zytokine und Interferone werden beeinflusst und hochreguliert. Daher gilt bei Autoimmunerkrankungen – durch die oben beschriebene Gefahr der Verstärkung von Angriffen auf körpereigenes Gewebe – eine Kontraindikation für pflanzliche Präparate mit diesen Inhaltsstoffen. Diese Einschränkung entfällt erst durch die Verdünnung bei höher potenzierten homöopathischen Mitteln (in etwa ab einer Potenz D4).
Homöopathische Therapieoptionen zur Immunabwehr
Die Gattung Vincetoxicum mit ihrem bekanntesten Vertreter Vincetoxicum hirundinaria (weiße Schwalbenwurz) enthält verschiedene Klassen von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen wie Alkaloide, Flavonoide und Steroide. In verschiedenen Untersuchungen konnte die antimikrobielle Aktivität der Schwalbenwurz bestätigt werden.
Für die homöopathische Anwendung wurden mit Vincetoxicum Arzneimittelprüfungen durchgeführt, deren Ergebnisse diese Effekte ebenso widerspiegeln. Die weiße Schwalbenwurz wird insbesondere bei der Behandlung langwieriger Virusinfekte und zur Ausleitung von Virustoxinen eingesetzt.
Gentiana lutea, der gelbe Enzian, ist vielen aufgrund des Bitterstoff-Gehaltes eher als Amarum geläufig. Durch seine antientzündlichen Eigenschaften hat er sich als pflanzlicher Wirkstoff und als homöopathische Urtinktur auch zur Behandlung von Erkältungskrankheiten bewährt und unterstützt auf diese Weise indirekt das Immunsystem. Zudem ist Gentiana angezeigt bei Schwäche sowie Abgeschlagenheit und hilfreich zur Förderung der Rekonvaleszenz im letzten Infektstadium.
Eine besondere Spezialität in der Homöopathie stellen die Nosoden dar. Die klassischen Erregernosoden werden nach homöopathischem Verständnis sowohl isopathisch (Gleiches mit Gleichem heilen) als auch entsprechend ihres Arzneimittelbildes eingesetzt. Hier kann am ehesten von einer spezifischen Immunmodulation gesprochen werden. Die Influencinum-Nosode, z.B. in metavirulent® findet dabei nicht nur Anwendung bei einer „echten“ Grippe, sondern auch bei grippalen Infekten und Erkältungskrankheiten, die durch andere Viren ausgelöst werden, jedoch mit der entsprechenden typischen Symptomatik einhergehen.
Viele Jahre vor den Wissenschaftlern, welche die Makrophagen-Aktivität in der Milz untersucht haben, verwendete der Münchener Heilpraktiker Josef Angerer für die Nosoden ebenfalls das Bild eines Spürhundes und verdeutlichte damit deren tiefgreifende Wirkung bei belastungsbedingten Reizlagen.
Die Nosode – Spürhund im Mesenchym
„Dieser Deposition und Imprägnation der Toxine in der Lagerhalle der Grundsubstanz
des Bindegewebes steht nun gegenüber der von uns eingesetzte Spür- und Jagdhund:
Die Nosode!”
Josef Angerer (1907-1984)
Nach den Prinzipien der Reiz- und Regulationsmedizin ermöglicht die Influencinum-Nosode eine zielgerichtete Aktivierung des körpereigenen Immunsystems. Darüber hinaus kann sie über die Anstoßung von Ausleitungsprozessen die Rekonvaleszenz unterstützen.
In unserem meta im Dialog „Viruserkrankungen“ mit Diplomchemiker und Heilpraktiker Dr. rer. nat. Max Amann gibt es eine umfassende Darstellung der Zusammenhänge zwischen Viruserkrankungen, Immunsystem, dem Einsatz von Nosoden und vielem mehr. Wenn Sie mehr erfahren möchten, können Sie den meta im Dialog Nr. 4 hier herunterladen.
Bei Fragen rund um metavirulent und unseren anderen Produkten ist unser Team unter Telefon 05041 9440-10 oder per E-Mail unter [email protected] für Sie da.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr meta Fackler Team
Quellen:
(1) bionity.com, Uralte Bakterienkiller mit doppelter Mission;
https://www.bionity.com/de/news/111209/uralte-bakterienkiller-mit-doppelter-mission.html; zuletzt abgerufen am 14.11.2025
(2) Schwandt, T. et al., Effective collaboration between marginal metallophilic macrophages and CD8+ dendritic cells in the generation of cytotoxic T cells; PNAS, 2009; https://www.pnas.org/doi/full/10.1073/pnas.0909541107 ; zuletzt abgerufen am 14.11.2025
(3) Koradi, M., Was können pflanzliche Immunmodulatoren?, 2011, Phytotherapie Seminare;
https://phytotherapie-seminare.ch/2011/01/14/was-konnen-pflanzliche-immunmodulatoren/ zuletzt abgerufen am 14.11.2025
(4) meta im Dialog Nr. 4 – Viruserkrankungen, Ein Praxisgespräch mit Dr. rer. nat. Max Amann; 2008