Newsletter

meta im Blick 18.09.2025

Liebe Interessierte der Naturheilkunde,

mit diesem Newsletter möchten wir unserer Reihe „Arzneimittel-Warnhinweise“ wieder aufgreifen. Nach einem kurzen Hinweis auf die bisherigen Themen, stellen wir Ihnen heute Informationen zu dem in der Homöopathie gebräuchlichen Hilfsstoff Saccharose vor.

 

Rückblick auf die Themen Ethanol und Lactose

Im letzten Jahr haben wir uns eingehend mit den Hilfsstoffen Ethanol und Lactose zur Herstellung homöopathischer Arzneimittel beschäftigt. Sie finden diese beiden Newsletter-Ausgaben in unserem Archiv:

  • 08.04.2024 Warnhinweise in Arzneimitteln: Lactose
  • 11.01.2024 Warnhinweise in Arzneimitteln: Ethanol

Saccharose – der Stoff aus dem die Globuli sind

Saccharose ist der wissenschaftliche Name für unseren gewöhnlichen Haushaltszucker, auch  Rohrzucker oder Rübenzucker genannt. Es handelt sich um ein Disaccharid, d.h. er setzt sich aus zwei einzelnen Zuckermolekülen (Glucose und Fructose) zusammen.


Im Gegensatz zu homöopathischen Tabletten, welche hauptsächlich aus Lactose bestehen, kommen für die Herstellung von Globuli meist Saccharose-Kügelchen zum Einsatz. Sie werden nach der Vorschrift 10 des Homöopathischen Arzneibuchs (HAB) mit der jeweiligen Dilution einer Arznei oder einer Mischung aus Arzneidilutionen imprägniert, getrocknet und abgefüllt.

Kennzeichnung von Saccharose in Arzneimitteln

Da Saccharose in größeren Mengen für Diabetiker und schon in kleinen Mengen bei bestimmten Intoleranzen problematisch sein kann, gibt es Vorschriften zur Kennzeichnung bei der Verwendung in Arzneimitteln. Nach der sogenannten Besonderheitenliste, die an die europäische Excipients-Guideline angelehnt ist, muss auf Etikett und Verpackung ein Warnhinweis aufgebracht werden, sobald das Arzneimittel Saccharose enthält – selbst in geringsten Mengen. In der Gebrauchsinformation wird zusätzlich empfohlen, bei Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Zuckern Rücksprache mit dem Arzt zu halten. Konkret bedeutet dies, dass Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-/Galactose-Intoleranz, einer Glucose-Galactose-Malabsorption oder einer Sucrase-Isomaltase-Insuffizienz Arzneimittel, die Saccharose enthalten, nicht anwenden sollten. 

 

Anders sieht es bei Diabetikern aus. Erst bei Dosierungen von mehr als 5 Gramm Saccharose pro Tag muss in der Gebrauchsinformation eine genaue Menge pro Dosiereinheit angegeben werden, damit Diabetiker das Arzneimittel bei ihrer Ernährung bzw. Diät berücksichtigen können. Eine Einmaldosis von fünf Globuli entspricht nur etwa 0,04 g Saccharose und damit ca. 0,00345 Broteinheiten (BE). Umgerechnet müsste ein Patient für eine Broteinheit 1450 Globuli einnehmen. Für Diabetiker gibt es trotz des Saccharose-Warnhinweises daher keine Einschränkung bei der Einnahme von Globuli-Präparaten, es sei denn, sie wollen als Homöopathie-Kritiker ein ganzes Fläschchen auf einmal einnehmen, um irgendwem irgendetwas zu beweisen 😉.

 

Warum ausgerechnet Saccharose?

 

Traditionell stellen Globuli die am weitesten verbreitete Darreichungsform in der Homöopathie dar. Daneben haben Dilutionen, Tabletten, Triturationen und Injektionslösungen aber inzwischen einen ebenso hohen Stellenwert und erweitern die Anwendungsmöglichkeiten homöopathischer Arzneimittel. 

 

 

Während heute hauptsächlich Globuli der Größe 3 zum Einsatz kommen (1 g Globuli = ca. 120 Streukügelchen), verwendete Hahnemann viel kleinere Kügelchen. 1 g entsprachen bei seinen Q-Potenzen 1666 Globuli. Bei den C-Potenzen hatte er eine Spannbreite von 334 bis zu 5000 Globuli pro Gramm [1]. Als Trägerstoff verwendete er dabei ausschließlich Saccharose, da diese gut verfügbar war und keine Wechselwirkungen mit den aufgebrachten Arzneistoffen zeigte.


Das Homöopathische Arzneibuch (HAB) erlaubt für imprägnierte Streukügelchen neben Saccharose und Lactose auch weitere Hilfsstoffe. Einige Firmen haben Xylitol-haltige Globuli auf den Markt gebracht und bewerben diese als zuckerfrei, kalorienarm, zahnfreundlich und für Diabetiker sowie bei Zuckerunverträglichkeit geeignet [2]. Xylitol, auch Birkenzucker genannt, ist ein in Birkenrinde, Früchten, Gemüsesorten und Pilzen vorkommender natürlicher Zuckeralkohol. Als Zuckeraustauschstoff wird er beispielsweise in zahnfreundlichen Kaugummis verwendet [3]. Als Nachteil gelten seine vielfach höheren Kosten, die bei der Globuli-Herstellung zumindest für Diabetiker wie oben dargestellt keinen Mehrwert haben. Das Argument der Zahnfreundlichkeit kommt bei einer Langzeitanwendung entsprechender Arzneimittel zum Tragen. Jedoch sieht die Besonderheitenliste auch hier erst für Produkte mit mehr als 5 g Saccharose pro Dosiereinheit einen Hinweis vor, dass diese bei einer Einnahme von länger als zwei Wochen zahnschädlich sein können. Die kleinen Globuli, die auf oder unter die Zunge gelegt werden, kommen in der Regel kaum mit den Zähnen in Berührung und werden beim Auflösen durch den Speichel zusätzlich verdünnt.

Achtung: Für Hunde, aber auch andere Tiere wie Frettchen, Kaninchen und Ziegen, ist Xylit schon in sehr geringen Mengen (0,1 g pro kg Körpergewicht) giftig. Im Gegensatz zum menschlichen Stoffwechsel kommt es zu einer massiven Insulinausschüttung. Diese bewirkt einen Blutzuckerabfall, der zu Durchfall, Erbrechen, Krämpfen, einer Erhöhung der Leberwerte und unbehandelt auch zum Tod führen kann [4].


Saccarose in meta-Präparaten

Das meta-Produkt-Portfolio besteht hauptsächlich aus Tropflösungen homöopathischer Mischungen. Darüber hinaus haben wir aber auch Injektionslösungen und mit unseren neuen metamarianum Leberglobuli insgesamt vier Globuli-Präparate in unserem Sortiment. Die Darreichungsform „Globuli“ hat den Vorteil, dass sie alkoholfrei, leicht einzunehmen und auch für unterwegs geeignet ist. In Bezug auf die Wirksamkeit unterscheidet sie sich nicht von den Tropflösungen, da alle Wirkstoffe gleichermaßen nach den gültigen Vorschriften des HAB hergestellt, potenziert und gemischt werden. So können bei der Auswahl des geeigneten Arzneimittels persönliche Vorlieben und Wünsche der Therapeuten und Patienten berücksichtigt werden.

Für detaillierte Informationen zu den meta-Fackler-Präparaten und Fragen rund um das Thema Saccharose in homöopathischen Arzneimitteln stehen wir Ihnen gerne unter der Direktdurchwahl 05041 9440-10 oder [email protected] zur Verfügung. 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr meta Fackler Team

Quellen (online zuletzt abgerufen 09/25): 

[1] Genneper, T. und Wegener, A.; Lehrbuch Homöopathie, Grundlagen und Praxis der klassischen Homöopathie; 

Haug Verlag; 2. Auflage, 2011; Seite 386

[2] ENB – Europäischer Naturheilbund e.V.; Trägerstoff Saccharose oder Cylitol (Xylit)?; 

https://www.globuli.de/traegerstoff-saccharose-oder-cylitol-welcher-globuli-traegerstoff-ist-besser/ 

[3] Xylitol – Zuckeraustauschstoff gegen Karies; Pharmazeutische Zeitung; Ausgabe 38/2007; Avoxa Mediengruppe;

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=3724 

[4] Achtung bei Globuli mit Xylit – bitte keinesfalls für Hunde!; Verein Initiative „Homöopathie hilft“, Wien; 

https://homoeopathiehilft.at/homoeopathie-hilft/achtung-bei-globuli-mit-xylit-bitte-keinesfalls-fuer-hunde/